Inhalation

von Anne Dockter, Physiotherapeutin, Homburg/Saar

Inhalation

AnneDockter Durch Inhalation von Aerosolen werden Wasser und Medikamente in das Bronchialsystem gebracht. Inhalierte Medikamente wirken lokal ohne unerwünschte systemische Nebeneffekte. Da bei Mukoviszidose meist Störungen der Luftströmung- und verteilung in der Lunge vorliegen, sind der Effektivität der Inhalation Grenzen gesetzt. Die Inhalationstechnik muß eintrainiert werden. Es ist zudem sinnvoll, die Inhalation verschiedener Medikamente zu kombinieren. Hier die richtige Reihenfolge bzw. Zusammenstellung zu finden, ist individuell oft recht schwer. Bevorzugt werden Düsen- bzw. Kompressionsvernebler und Trockenpulverinhalatoren, die eine Nebelteilchengröße unter 5µ generieren. Hier zunächst grundsätzliche Regeln zur Anwendung und zum Umgang mit Düsenverneblern.

  • Hände gründlich waschen und desinfizieren.
  • Vernebler mit dem vom Arzt verordneten Medikament füllen und nach Vorschrift der Gebrauchsanweisung zusammenstecken.
  • Körperhaltung: aufrecht und entspannt mit angelehntem Rücken sitzen.
  • Gerät einschalten und prüfen ob der Medikamentennebel sichtbar ist und kontinuierlich austritt.
  • Mundstück zwischen die Zähne nehmen und mit den Lippen fest umschließen, Nasenklammer zur Kontrolle einsetzen.
  • Langsam und tief durch das Mundstück einatmen.
  • Bei Säuglingen und Kleinkindern Silikonmaske mit Winkelstück benutzen, wobei die Maske mit Hautkontakt über Nase und Mund gehalten wird.
  • Je nach Vernebler und Alter des Patienten wird eine Atempause von ca. 3 Sek. eingelegt, anschließend langsam und lange ausatmen (bis der Bauch sich anspannt).
  • Zur Kontrolle eine Hand auf dem Bauch halten.
  • Den Inhalationsvorgang solange wiederholen bis das Inhalat aufgebraucht ist.
  • Inhalationsdauer: 2 ml Flüssigkeit bei guter Inhalation bis zu 10 Min.

Reinigung

  • Vernebler nach Gebrauch in seine Einzelteile zerlegen und auskochen (mindestens 10 Minuten) oder autoklavieren z. B. in einem Vaporisator für Babyflaschen.
  • Anschließend alle Teile auseinandergebaut trocknen lassen und in einem sauberen Tuch oder Baumwollsäckchen aufbewahren (detaillierte Beschreibung hier)
  • MERKE: Vor dem nächsten Gebrauch müssen alle Teile trocken sein !
  • WICHTIG: Für alle Düsenvernebler gilt: Inhalationskopf einmal pro Jahr erneuern !!!

Anwendung und Umgang mit Düsenverneblern

bei Säuglingen

  • Der Säugling soll während der Inhalation wach und satt sein.
  • Zur Durchführung der Inhalation ist ein Dauervernebler mit Silikonmaske und Winkelstück notwendig. Die Maske so auf das Winkelstück stecken, dass die harte Kante des Winkelstücks in der Maske fühl- und sichtbar ist.
  • Silikonmasken gibt es in unterschiedlichen Größen, die auf das Gesicht des kleinen Patienten angepasst werden. Nase und Mund müssen von der Maske auf der Haut umschlossen sein. Eher die Maske etwas größer wählen als zu knapp – die Nase soll nicht gedrückt werden und der Mund soll genug Platz haben um sich zu öffnen.
  • Den Säugling z. B. auf eine schiefe Ebene lagern, so dass Oberkörper und Kopf erhöht liegen.
  • Den mit Medikament gefüllten Vernebler mit Maske auf die Lage des Kindes anpassen, so dass der Vernebler immer in senkrechter Position gehalten wird.
  • Mit einer Hand die Maske mit Hautkontakt über Nase und Mund anlegen, während die andere Hand auf dem Brustkorb liegt und die Atmung in tiefere Atembewegungem unterstützt.
  • Ist Sekret vorhanden, kann die Inhalation in verschiedenen Lagen in Kombination mit Kontaktatmung und Vibrationen durchgeführt werden.

bei größeren Säuglingen

  • Sobald der Säugling sitzen kann, nimmt man das Kind auf den Schoß mit dem Rücken zur behandelnden Person angelehnt.
  • TIPP: Mutter oder Therapeut sitzt auf einem Pezziball. Leichtes Auf- und Abhopsen während der Inhalation wirken wie kleine Vibrationen auf den Brustkorb, wobei der Säugling vor Wonne oft Laute während der Ausatemphase von sich gibt. Dazu wiederum mit einer Hand den Brustkorb wie bei tieferen Atembewegungen stimulieren.

bei Kleinkindern

  • Das Kleinkind so früh wie möglich an das Mundstück mit Ausatemventil gewöhnen.
  • Durch spielerische Blasübungen in Geräte, die Töne abgeben z. B. Flöte, Mundharmonika, kleine Trompeten usw. lernt das Kind schnell das Mundstück des Verneblers zu akzeptieren.
  • Um die Mundatmung zu garantieren sollte eine Nasenklammer eingesetzt werden. Somit lernt das Kind leichter die Nasenatmung auszuschalten.
  • Die lange tiefe Ausatmung kann spielerisch prima gefördert werden: in dem man das Kind auffordert Gegenstände, die vor das Ausatemventil gehalten werden an- oder wegzublasen z. B. Federn, Windrad, Lieblingstier, Spiegel usw.
  • Kindgerechtes Bauchmuskeltraining ist wichtig, um die Bauchmuskulatur zu stärken, damit diese bei Inhalationsphase à Ausatmung gut mitarbeiten können.

bei Schulkindern und Jugendlichen

  • Erst, wenn das Kind lange und tiefe Ausatemzüge bei der Inhalation mit Dauerverneblern gut beherrscht, ist es sinnvoll, einen Schritt weiter zu gehen und den Unterbrecher einzusetzen.
  • Dauervernebler können durch einen Unterbrecher ergänzt werden. Nach einer tiefen Einatmung erfolgt eine Atempause von ca. 3 Sek. in der das Medikament in den Bronchien deponiert wird bevor es zur tiefen Ausatmung kommt. Auch hier sollte die Nasenklammer immer wieder zum Einsatz kommen, damit die Mundatmung gewährleistet ist und ein gutes Atemzugvolumen erlernt werden kann.

MERKE: Je tiefer die Ausatmung & je leerer die Lunge & desto tiefer die Einatmung, umso besser kann das Medikament die kleinen Bronchien erreichen!

Anne Dockter, Physiotherapeutin, Homburg/Saar