Sport bei Mukoviszidose

Studie: Sport bei Mukoviszidose

Die körperliche Leistungsfähigkeit ist bei Mukoviszidose-Patienten durch verschiedene Faktoren beeinträchtigt. Immer wieder auftretende Infekte, Sauerstoffuntersättigung im Blut, Untergewicht und verschiedene andere Gründe können zu einer deutlichen Einschränkung der Lungenfunktion führen. In mehreren Studien wurde gezeigt, wie positiv sich Sport auf die Leistungsfähigkeit und Lungenfunktion auswirken kann.

Bis Anfang der 70er Jahre wurde Mukoviszidose-Patienten empfohlen, ermüdende körperliche Aktivitäten zu vermeiden.

Ende der 70er Jahre vollzog sich langsam der Wandel von einer eher passiven hin zur aktiven Therapie. Grund dafür waren Ergebnisse erster Untersuchungen, die zeigen konnten, dass CF-Patienten sehr wohl in der Lage sind, an körperlichen Aktivitäten teilzunehmen und davon zu profitieren.

Dieser Trend setzt sich bis heute fort, eine große Anzahl entsprechender Studien wurde publiziert. In diesen Studien wurde der krankheitsspezifische Nutzen von Sport an verschiedenen Parametern aufgezeigt.

Kraftraining der oberen Körperhälfte bewirkt eine signifikante Zunahme der Kraft der trainierten Muskelgruppen, sowie eine Verminderung der Lungenüberblähung. Beim Ausdauertraining (Laufen, Radfahren, Schwimmen…) zeigen sich eine Verbesserung der Leistungsfähigkeit sowie verbesserte Lungenfunktionsparameter. Die Sputumexpektoration wird deutlich erhöht.

Die Ursachen des positiven Effektes von Sport auf den Krankheitszustand sind nicht endgültig geklärt. Neben der mechanischen Reinigung der Atemwege könnte auch ein direkter Effekt körperlicher Belastung auf die Funktion der Ionenkanäle in der Bronchialschleimhaut liegen. Die Infektionen der Atemwege werden durch Sport reduziert.
Es ist nachgewiesen, dass Patienten, die 3-5 mal pro Woche zwischen 30 und 60 Minuten sportlich aktiv sind, deutlich weniger Infekte haben.

Bei zuviel Sport hingegen kann sich der positvie Effekt umkehren. Hinsichtlich der Osteoporose-Problematik liegen noch keine Studienergebnisse vor. Bei gesunden Jugendlichen und Erwachsenen mit dokumentierter Osteoporose konnte gezeigt werden, dass durch Sport der Krankheit entgegengewirkt werden kann. Daher nimmt man an, dass auch Mukoviszidose-Kranke in dieser Hinsicht von körperlicher Aktivität profitieren können.

Außerdem gilt für Gesunde wie für Kranke: Sport steigert das Selbstwertgefühl und damit die Lebensqualität!

Vielen Dank an Physiotherapeutin Frau Simone Öttinger für diesen Beitrag! Wenn Sie Fragen zu diesem Erfahrungsbericht haben, dann schreiben Sie uns gerne. Wir werden Ihre Mail der Autorin/dem Autor weiterleiten.


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